Der Bobtail in der Schweiz

 

 

1883 wurde die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) in Zürich gegründet. In ihrem Stammbuch Nr. 15 von 1913 sind die ersten Eintragungen von Altenglischen Schäferhunden "Bobtail" zu finden.

Es handelt sich um den Rüden "Stylish Boy II Byron", weiss-gelb, geworfen November 1910 von King aus Falkenham - Lass. Prämierung: II. Preis offene Klasse Genf 1911; I. Preis offene Klasse Luzern 1912, und die Hündinnen "Lassie Byron", dunkelstahl-grau mit etwas weiss und "Miss Naughty Byron", weiss mit dunkelstahlgrauen Platten.

Beide Hündinnen waren von "Stylish Boy I" aus "Nell" am 11.10.1910 von Mad. Adams-Mayhew, Clarens gezüchtet worden. Besitzer aller drei Hunde war Professor Dr. Bitzel, Genf.

Ab 1928 (Stammbuch 27) sind es schon mehrere Eintragungen, so z.B. "Montford Laddie" KCSB A 9112, Genf 1927 OK 1.V. CAC. Diese Hündin und auch "Geneva Lassie" gehörten dem bis in die 80er Jahre weitbekannten English Cocker Spaniel-Züchter und Richter Baron André de Bac, Genf.

Je nach Stammbuch sind die Hunde unter dem Sammelbegriff "Englische Schäferhunde (Bobtail)", Englische Schäferhunde - Old English Sheepdog oder "Bobtail" eingetragen.

In den 50er Jahren fand dann ein kurzer Boom statt. Mehrere Hunde aus den bekannten Linien wie "PASTORALE", "PASTELBLUE" und "SHEPTON" wurden importiert und einige Würfe wurden gezüchtet und eingetragen.

Eine der bekanntesten Züchterinnen in den 7oer Jahren war Frau Marina Grieder mit ihrem Zwingernamen "Ottenfels" Ihr erster Wurf von "Reeuwijk's Pattsy Progress" aus "Diva in St. Fredolin" kam im July 1970 zur Welt. Frau Grieder war auch die erste Besitzerin des bekannten Rüden "Reeuwijk's Complete Tristan" gezüchtet von Frau F. Backs-Bennink in Holland. Später wurde Tristan an Frau Blanc in Romanell verkauft. Ihre eigene Zucht "de Terreaux" wurde mehrheitlich durch Tristan geprägt aber auch in anderen Zuchtstätten konnte er seine ausgezeichneten Qualitäten weitervererben.

Ab den 70er Jahren stiegen die Zahl der Eintragungen dann ständig und heute sind es 80 bis 100 Welpen pro Jahr.

 

Der "Bobtailclub der Schweiz"

 

Bis 1979 wurden die Bobtails, ihre Züchter und Besitzer vom Klub für ausländische Hirtenhunde (KAH) betreut. Aufgrund der Vielfalt der Rassen, wie Kuvasz, Puli, Pumi, Kommondor, Bergamasker u.s.w., der Verschiedenheit der züchterischen Erfordernisse und der Ansprüche an den einzelnen Hund, gründeten 1980 im Einvernehmen mit dem KAH einige enthusiastische Züchter und Besitzer von Bobtails (Daniel Bill, Beat Rettenmund, Andreas Baumann und Barbara Müller) den "BOBTAIL CLUB DER SCHWEIZ", mit dem grossen Ziel, die Reinzucht, Förderung und Haltung des Bobtails zu unterstützen und zu fördern.

Heute hat der Club etwa 200 Mitglieder, führt regelmässig Bürste- und Trainingskurse, Wanderungen, Plauschtreffen, Agility-Tage, eine CAC Clubshow und rassespezifische Seminare durch . Ausserdem bemüht sich der Club durch Einladung von international anerkannten Richtern aus aller Welt den Standard der Rasse möglichst hoch zu halten.

Der Club hat von der SKG genehmigte Ankör- und Zuchtbedingungen erlassen. Er kontrolliert deren Einhaltung.

Ankörungen und alle gesellschaftlichen Anlässe werden im Jahresprogramm frühzeitig veröffentlicht und auch dem interessierten Nicht-Bobtail-Besitzer zugänglich gemacht.